Kitzrettung

In enger Zusammenarbeit mit Landwirten und Jägern aus unserer Region retten wir Rehkitze vor dem Mähtod.

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Im Mai/Juni beginnt wieder die Zeit, in der jährlich Tausende von Rehkitzen, Junghasen und Bodenbrütern ausgemäht werden. Wie viele es genau sind, die auf diese Weise umkommen, weiß zwar niemand, man kann aber davon ausgehen, dass ihre Zahl jeweils mehr als 100.000 Stück pro Jahr nur in Deutschland ausmacht. Längst nicht alle Tiere, die in die Messer eines Kreiselmähers geraten, sind sofort tot, sondern zum Teil nur mehr oder weniger schwer verletzt. Immer schnellere Landmaschinen und moderne Erntemethoden lassen unserem Niederwild kaum eine Chance zum Überleben.

Von April bis Juli setzt die Rehgeiß die Kitze bevorzugt in hohem Gras ab. Gut getarnt, geruchlos und mit ausgeprägtem Drückinstinkt sind sie dort perfekt vor ihren Fressfeinden geschützt. Den modernen Mähmaschinen sind sie jedoch schutzlos ausgeliefert. Herkömmliche Wildschutzmaßnahmen helfen kaum, sind zeit- und personalintensiv.

Im dichten Gras sind die neugeborenen Kitze nahezu unsichtbar. Die nur wenige Tage alten Rehkitze vermögen sich einer drohenden Gefahr nicht durch Flucht zu entziehen, sondern reagieren darauf durch noch stärkeres Sich-Drücken. Von daher erleiden sie unweigerlich den Mähtod. Bei den heute eingesetzten breiten Mähgeräten, die zudem eine hohe Arbeitsgeschwindigkeit von bis zu mehr als 15 Kilometer pro Stunde erlauben, sind vom Mähtod aber auch bereits ältere Rehkitze betroffen.
 

Beim systematischen Überfliegen von Wiesen vor der Mahd mit einem Multikopter werden Infrarotbilder an die Kitzretter übertragen. Die Rehkitze sind aufgrund ihrer Körpertemperatur in den frühen, kühleren Morgenstunden deutlich zu erkennen. Sie werden vom Kitzrettungs-Team aus dem Feld getragen, markiert und in den Schatten am Feldrand in eine Kiste gesetzt. Nach der Mahd werden sie wieder frei gelassen.  

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