Teamleiter Sascha Neib

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Flugmodus e.V. bietet kostenlose, ehrenamtliche Rehkitzrettung vor der Mahd in Backnang und Umgebung an

Das Problem...

Die Kitze werden im Mai und Juni geboren ins schützende hohe Gras geboren. Dort werden sie von ihrer Mutter mehrmals am Tag besucht und versorgt. In den ersten Wochen haben die Kitze keinerlei Fluchtinstinkt. Sie verharren bei Gefahr geduckt am Boden und laufen nicht davon. Das schützt sie zwar vor Fressfeinden, wird ihnen aber bei der anstehenden Mahd oft zum Verhängnis. Sie haben keine Chance.

Die Kitze im hohen Gras zu finden ist sehr schwierig. Oft werden die Wiesen abgesucht, was eine große Anzahl an Helfern und viel Glück erfordert, da die Kitze selbst aus kurzer Entfernung kaum im hohen Gras zu entdecken sind. Die Suche mit Hunden ist aufgrund des fehlenden Eigengeruchs in den ersten Lebenswochen ebenfalls schwierig. Vergrähmungsgeräte, die am Abend vorher in der Wiese verteilt werden, um mittels Lärm eine Gefahr zu simulieren, damit die Ricke ihre Kitze aus dem Gefahrenbereich holt, funktionieren auch nicht immer zuverlässig. Die Landwirte haben beim Mähen kaum eine Chance das Kitz im hohen Gras zu entdecken. 

Unser Angebot...

In erster Linie wollen wir Jagdpächter und Landwirte bei der schwierigen Suche nach Rehkitzen vor der Mahd unterstützen.

In enger Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten befliegen wir die zu mähenden Wiesen in den frühen Morgenstunden mittels Wärmebild-Drohnen, bevor die Sonne die Wiese erwärmt. Dabei halten wir im Wärmebild Ausschau nach Rehkitzen und anderen gefährdeten Tieren, welche mit dieser Technik sehr zuverlässig entdeckt werden können.

Diese werden dann in übereinander gestülpte Wäschekörbe gesichert und an geschützten, schattigen Bereichen abgelegt. Dort werden sie zeitnah nach der Mahd wieder freigelassen und bald darauf von der Ricke wieder abgeholt.

Die Technik...

Die Wärmebildkamera misst Temperaturunterschiede und stellt diese in der Regel in einer Schwarz-Weiß-Ansicht dar. Nachts kühlt der Boden ab, die Körpertemperatur der Rehkitze hebt sich somit optisch im Wärmebild stark von ihrer Umgebung ab. Sobald die Sonne den Boden erwärmt, funktioniert das nicht mehr. Unsere mögliche Einsatzzeiten bis ca. 8 Uhr morgens haben also nicht nur berufliche sondern vor allem technische Gründe.

Wir fliegen in ca. 50 - 60 Metern über dem Boden die Wiesen GPS-gestützt ab. Dazu ist eine aufwändige Planung der Flugroute vorab am PC notwendig und wir sind daher auf genügend Vorlauf angewiesen. 

Sobald ein Rehkitz entdeckt wurde, wird der Flug unterbrochen und die Helfer können sich anhand der nun schwebenden Drohne orientieren. Wenn sie nah genug dran sind, erscheinen sie irgendwann ebenfalls im Wärmebild und können so per Funkanweisungen gezielt an das Kitz herangeführt werden.

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