Bönnigheim: Unterricht im Wald

Der Lernort Natur begeistert die Drittklässler. Jungen und Mädchen der Bönnigheimer Ganerbenschule erfahren von Jägern viel Interessantes.

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Erstellt am 23.09.2019

Lauern im Wald die Räuber? Die 60 Drittklässler der Bönnigheimer Ganerbenschule, die den Weg von der Schule zur Florianshütte zu Fuß zurückgelegt haben, wissen es besser: Dort erwarten sie die Jäger.

Matthias Grünenwald, Pächter des Hofener Jagdreviers und Zweiter Vorsitzender der Jägervereinigung Ludwigsburg, seine Frau Manja, sein Vater Eberhard, außerdem Harald Dreißigacker mit dem Jagdhorn und Stefan Ott mit seinen Jagdhunden Leo, einem Bayrischen Gebirgsschweißhund, und Falko, einem Deutschen Drahthaar. Sie haben fünf Stationen im Wald für die Kinder aufgebaut.

Waffen haben sie nicht dabei

Der Theorie im Unterricht folgt nun der praktische Teil. Und da muss natürlich zunächst gefragt werden, ob die Jäger auch Waffen dabei haben. "Nein", lacht Matthias Grünenwald, der zum dritten Mal Drittklässler eingeladen hat, um ihnen den Lebensraum Wald, die Bäume, die Tiere und die Jagd näher zu bringen.

"In der langen Entwicklung wurden aus dem jetzt wieder viel diskutierten Wolf auch unsere Hunde. Und sie kennen wir auch als Helfer, wie den Schäferhund", holt Stefan Ott bei der Jagdhund-Gruppe aus. "Hunde, die bei der Jagd eingesetzt werden, helfen die Beute zu finden oder zu fangen", erklärt er.

Hunde sollen die Fährte aufnehmen

Die Kleinen, wie der Dackel, sollen die Fährte aufnehmen und die Tiere in ihren Höhlen aufstöbern. Die Apportierhunde, wie der Golden Retriever, sollen das geschossene Wild zum Jäger bringen. "Falko ist ein Vorstehhund, der wie versteinert stehen bleibt, wenn er den Geruch eines Tieres aufgenommen hat, und auf Kommando dann losrennt", sagt Ott. Die Kinder lauschen fasziniert, manche trauen sich auch, die Hunde zu streicheln. Interessant ist auch die Bestimmung der Bäume, die Manja Grünenwald anschaulich erklärt.

Und anhand von Tierpräparaten geht Harald Dreißigacker auf die Waldbewohner ein: "Hasen werden nicht mehr gejagt, sie sind vom Aussterben bedroht.". Er macht den Unterschied zwischen Hasen und Kaninchen deutlich. Kaninchen sind Nesthocker und werden nackt geboren, Hasen hoppeln schon nach wenigen Stunden Lebenszeit davon.

Staunen über die verschiedenen Felle

An der Station mit den Fellen hat Eberhard Grünenwald alle Hände voll zu tun: Staunend berühren die Kinder die Winter- und Sommerfelle von Reh und Gams sowie die Felle von Fuchs, Dachs, Rothirsch, Murmeltier und Wildschwein. Wissbegierig sind sie: Was passiert, wenn es regnet? Das Tier hat doch keinen Schirm. Grünenwald kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Sein Fell schützt das Tier, das zudem auch unter Büschen und Bäumen Schutz suchen kann", erklärt er.

Und wie ernähren sich die Tiere im Wald? Darauf weiß Matthias Grünenwald die Antwort. An seiner Station erfahren die Kinder viel über den Fuchs und den Marder, den Dachs und die Vögel, wer von ihnen am liebsten Himbeeren nascht und wer sich gerne auf Mäuse stürzt. Und dass der Rote Milan seine Brustfarbe nicht vom Tomatengenuss hat.

Birgit Riecker

Heilbronner Stimme

Erstellt am 23.09.2019
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