HR Stromberg/Vaihingen - Peter Hauk besucht unseren Jägerstammtisch

Am 1.März besuchte der Minister für ländlichen Raum, Peter Hauk durch Vermittlung unseres Mitglieds und Jagdpächters Häfnerhaslach Manfred Decker unseren Stammtisch in der “Rose“ in Hohenhaslach.

Erstellt am 03.03.2019

Vor über 40 Jägerinnen und Jägern referierte Herr Hauk, der vom Landtagsabgeordneten Konrad Epple begleitet wurde, über aktuelle jagdliche Themen und beantwortete die Fragen aus der Runde.

Themen waren u.a. Vorbereitung auf den drohenden Ausbruch der ASP, Wildschadenregulierung, Jagdhundewesen, Wildpretvermarktung und Ausbreitung des Wolfes.

Diskussionen in großer aber auch kleiner Runde klangen am Abend noch lange nach.

Manfred Pache

Auch die Bietigheimer Zeitung berichtet über den Besuch:

https://www.swp.de/suedwesten/staedte/sachsenheim/neue-aufgaben-fuer-die-jaeger-30199206.html

Sachsenheim / Uwe Deecke 04.03.2019

Es dauerte etwas länger, bis der Peter Hauk, CDU-Minister für Ländlichen Raum und Naturschutz, seinen reservierten Parkplatz vor der „Rose“ belegte. Dort treffen sich einmal im Monat die Jagdpächter zum Stammtisch. Dass Manfred Decker vom Hegering gute Beziehungen zum Ministerium hat,  ermöglichte die Zusage des CDU-Politikers. Und der Landwirtschaftsminister, selbst seit 40 Jahren Jäger, war sichtlich froh, hier einmal nicht mit dem manchmal schwierigen Koalitionspartner sondern mit Gleichgesinnten sprechen zu können.

Entspannung notwendig

Vieles wurde unter der früheren rot-grünen Koalition so umgekrempelt, dass es den Jagdpächtern gar nicht gefallen konnte, allem voran das Landesjagdgesetz. „Unser Anliegen ist es, das Verhältnis zu den Jägern, das sehr gelitten hat, wieder zu entspannen“, begann Hauk seine Ansprache. Man brauche die Jäger für die Hege, sprach der Minister das Thema Afrikanische Schweinepest (ASP) an. „Selbsternannte Naturschützer“ könnten das nicht lösen, und die Tatsache, dass es in Belgien erneut einen Ausbruch gab, beunruhige ihn. In Tschechien habe man die Gebiete eingezäunt und die Seuche in den Griff bekommen, ein Vorgehen, dass in der hiesigen zersiedelten Landschaft nicht funktionieren könne, so der frühere Forstamtsleiter.

Wildschweine könne man aktuell gerade schießen, und die Aufhebung der Schonzeit im März und April gelte noch dieses Jahr, mehr sei mit dem Koalitionspartner nicht zu machen gewesen. Aber wohin mit dem Fleisch? „In der Frage des Wildabsatzes leben wir wie vor 100 Jahren“, beklagte Hauk, der aber ein positives Beispiel parat hatte. Die Bäuerliche Erzeugergenossenschaft Schwäbisch Hall gehe in Sachen Vertrieb neue Wege und beliefere als fester Wildschwein-Abnehmer selbstständige Edeka-Märkte.

Auch der Wolf beschäftigt die Jäger. „Wir wollten ihn wie den Biber ins Jagdgesetz bringen“, erklärte Hauk, was in der Regierung strittig sei. Keiner spreche von den Schafen, die den Wölfen zum Opfer fallen, von denen es in Deutschland rund 1000 gebe. Alle vier Jahre würde sich die Population verdoppeln, und niemand könne sagen, dass der Wolf bedroht sei, sagte Hauk unter dem Applaus der Anwesenden.

Warum Hundesteuer?

Warum es eine Hundesteuer für geprüfte Jagdhunde gebe, fragte Stefan Ott vom Hegering, dem wie vielen anderen auch die teure Wildschadensregulierung missfiel. Er werde die Steuer nochmal zum Anlass nehmen, die Gemeinden anzuschreiben, sicherte der Minister zu.

Mountainbiker und Geocacher, die das Wild aufscheuchen, machen den Jägern ebenfalls zu schaffen. „Tag und Nacht sind Leute im Wald“, brachte ein Jäger das Problem auf den Punkt. Doch hier gebe es zu viel Gegenwind, auch in der eigenen Partei, erklärte Forstwissenschaftler Hauk zu möglichen Regelungen.

Wichtig sei es, das Verhältnis zu den Bauern zu verbessern. Dass Landwirte auch Obliegenheiten haben, wenn es um Wildtiere geht, will die Regierung festlegen. „Wildschadensmindernder“ Anbau sei ebenso wichtig wie sich mit den Jägern über den Termin der Aussaat abzusprechen, nannte der Minister als Beispiele. Lukrativ sei die Jagd so nicht, wenn hohe Entschädigungen seitens der Jagdpächter bezahlt werden müssen, machte Stefan Ott deutlich. „Noch“ habe man keine Schwierigkeiten, die Jagdpachten im Landkreis alle zu besetzen.

Erstellt am 03.03.2019
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