Neue Informationen zur Afrikanischen Schweinepest

Das Landratsamt Ludwigsburg informiert darüber, was das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) bei der landesweiten Dienstbesprechung der unteren Jagdbehörden am 01.04.2019 zum Themenbereich Afrikanische Schweinepest (ASP) mitgeteilt hat.

Erstellt am 14.06.2019

Informationen zur Afrikanischen Schweinepest

 

Allgemeines:

Nachdem 2018 in Belgien die ASP ausgebrochen ist wird Tschechien dagegen seit 2019 als ASP-frei geführt. Hier war die Seuchenbekämpfung erfolgreich. In Deutschland ist eine ASB-Bekämpfung ebenfalls politischer Wille. Die baltischen Länder beispielsweise verzichten auf eine aktive Bekämpfung, da hier u.a. die Jagdwirtschaft eine große Rolle spielt und diese bei einer Bekämpfung zum Erliegen käme.

 

Das ASP-Monitoring ist weiterhin sehr wichtig! Das MLR bittet die Jägerschaft nochmals darum regelmäßig ASP-Proben über das Jahr verteilt einzusenden.

 

Für den Fall eines ASP-Ausbruchs in Baden-Württemberg bereitet das MLR aktuell eine Tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung vor. 

Die Allgemeinverfügung würde nach Inkrafttreten einschränkende Regelungen für das Leben der Menschen in den eingerichteten Restriktionszonen um einen Ausbruch festlegen. Dazu können unter anderem zählen:

  • Mögliche Umzäunung einer Kernzone um den Ausbruch mit einem Elektrozaun. Das Land hat hierfür einen 40-km-Elektrozaun beschafft.
  • Gegebenenfalls Sperrung von Straßen bis hin zu einer Größe von Kreisstraßen.
  • Gegebenenfalls landwirtschaftliche Ernte- und Bewirtschaftungseinschränkungen in den Restriktionszonen.
  • Gegebenenfalls Bewirtschaftungsverbot von Kulturen mit einer Höhe > 60 cm im gefährdeten Bereich, da diese potentielle Schwarzwildeinstände darstellen.

Damit ergeben sich Entschädigungsfragen für Landwirtschaft, Jagd, usw… Entschädigungszahlungen würden - Stand heute - durch das Land Baden-Württemberg geleistet.

 

Aufbau eines ASP-Kompetenzteams beim MLR

  • Dieses wird aktuell etabliert und soll sieben Mitglieder umfassen. Fünf Mitglieder stammen aus dem Bereich der Forstwirtschaft, da man davon ausgeht, dass die ASP im Schwarzwildbestand und nicht in einem Hausschweinbestand ausbricht.
  • Die Mitglieder bilden Multiplikatoren im Bereich Seuchenprävention und –intervention aus.
  • Sie stellen Planungen auf wie zum Beispiel ein Elektrozaun dieser Länge errichtet und wie eine dann anstehende Fallwildsuche organisiert werden kann.
  • Eine intensive Fallwildsuche, wie sie aktuell vorgesehen ist, erfordert einen hohen Personalaufwand, aufgabenbezogene Ausrüstung und gute Ortskenntnisse. Die Jägerschaft vor Ort könnte das alleine nicht leisten (Kennzahl: 50 Personen können pro Tag ca. 10 ha Fläche absuchen).

 

Jagdausübung im Seuchenfall

  • Eine Bejagung in der Kernzone darf erst nach 30 Tagen absoluter Ruhe und nach Installation des Elektrozauns in Form von gemeinsamen Ansitzjagden und Kirrjagden aufgenommen werden. Einzeljagd und Bewegungsjagd sind verboten.
  • Ein Elektrozaun hält flüchtendes Schwarzwild nicht auf. Er unterbindet lediglich für eine gewisse Zeit die natürliche Migration. Wenn das Wild hungert oder aufgeschreckt wird, geht es trotzdem irgendwann durch den Elektrozaun.
  • Ist die Jagd in einem Jagdrevier komplett verboten, dann könnten die Pächter gegebenenfalls für ihre Einschränkungen entschädigt werden.

 

Konfiskat- und Wildtierkörpersammelstellen

  • Im Bereich der Verwahrstellen ist eine weitere Aufrüstung durch das Land Baden-Württemberg geplant.
  • Aktuell dürften Konfiskat oder Teile von Schwarzwild theoretisch noch im Jagdrevier entsorgt werden. Dann sollte es jedoch unbedingt vergraben werden. Falls diese Praxis, wie vom MLR angestrebt, verboten wird, beabsichtigt dieses eine gleichzeitige Förderung für Verwahr- und Sammelstellen. Aktuell sollte eine Entsorgung soweit möglich über Sammelstellen erfolgen.

Für Rückfragen steht gerne zur Verfügung:

Michael Zerrweck

Tel.: +49 7141 144-42349

Fax: +49 7141 144-59311

E-Mail: michael.zerrweck(at)landkreis-ludwigsburg.de

Erstellt am 14.06.2019
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