Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb

Am 01.07.2018 fuhren 26 Jagdhornbläser, darunter 7 Jungbläser, frohgemut und hoffnungsvoll nach Heidenheim an der Brenz zum diesjährigen Landesbläserwettbewerb.

Erstellt am 02.07.2018

Bereits beim Sichten der Listen, wieviele und welche Bläsergruppen antreten werden, fiel uns auf, dass es bedeutend weniger waren als sonst. Auch die gewohnte Teilnehmerzahl von insgesamt rund 1000 Bläsern war deutlich auf knapp 700 gesunken. Manche Bläsergruppe meidet den Wettbewerb aufgrund Selbsteinschätzung ihrer Qualität, andere scheuen den Aufwand von monatelanger Vorbereitung für einen fünfminütigen Auftritt in voller Montur bei meistens über 30 Grad im Schatten.

 

Bewaffnet mit Hörnern, Picknickdecken, Klappstühlen, Sonnenschirmen, Tupperdosen voll Fingerfood und einem Bollerwagen, beladen mit Getränken in Kühltaschen, zog der Tross, samt eigens mitgebrachter Fans, über holpriges, steiles Kopfsteinpflaster bergauf und wieder bergab zum Schloss Hellenstein. Von weitem sahen wir sicher aus, als würden wir mit unseren letzten Habseligkeiten auswandern. Im Schatten von riesigen Linden, unterhalb des Wertungsplatzes, bezogen wir unser Lager. Weit und breit waren keine anderen Bläsergruppen zu sehen, bis auf die wenigen, die sich am Wertungsplatz für ihren Auftritt formierten. Kurz darauf stiegen auch wir wieder den Berg hinauf und stellten uns in Position. Oben angekommen entdeckten wir einen weiteren Fan, der freiwillig, in Eigenregie angereist war. KJM Peter Ulmer mit seiner Gattin. Hierüber haben wir uns wirklich sehr gefreut, auch dass die beiden den restlichen Tag gemeinsam mit uns verbracht haben.

 

Wir bekamen unser Zeichen, liefen auf und dann war es ein bisschen wie bei der WM. Kaum angefangen, wars auch schon wieder vorbei. Waren wir gut? Konnten wir die Richter überzeugen? Zurück zum Lagerplatz auf dem wir es uns dann gemütlich machten und wir peu à peu unsere Essens- und Getränkevorräte vernichteten. Viele von uns verbrachten die gesamten drei Stunden bis zum gemeinsamen Abschlusskonzert dort, denn die Verpflegungsstelle für die Bläser war ca. 1,5 km entfernt. Auf dem gesamten Hügel ist weiterhin keine andere Bläsergruppe sichtbar. Wir sitzen und liegen im Schatten mit Blick auf Heidenheim. Viele gute Gespräche, wir lernen unsere Jungbläser besser kennen und sie uns. Jeder fühlt sich wohl.

 

Ab 14 Uhr strömen Bläser um Bläser auf den Hügel. Ab 14.30 Uhr stehen knapp 700 Bläser, große und kleine Hörner über eine Stunde in der Knallsonne. Grußwort um Grußwort, Dankesreden, Siegerehrungen. Dazwischen immer wieder gemeinsames Blasen verschiedenener Stücke der 700 Bläser. Ein gigantisches Klangerlebnis. Hier ist ganz sicherlich jeder Stolz darauf ein Bläser und mit dabei zu sein. Das letzte Signal ˋAuf Wiedersehnˋ wird geblasen. Jetzt wollen wir nur noch wissen wie wir abgeschnitten haben. Von 17 Gruppen in unserer Kategorie haben wir den elften Platz belegt. Ein wenig enttäuscht und bedröppelt packen wir unsere sieben Sachen zusammen. Wir sind nicht Weltmeister geworden. Der olympische Gedanke steht im ersten Moment der Enttäuschung nicht im Vordergrund.

 

Auf der Rückfahrt analysieren wir jede einzelne Bewertung der fünf Richter und die Gesamtauswertung aller Gruppen. Wir sind eigentlich ganz gut, Platz 11 hört sich nur nicht so gut an. Platz 10 hat genau einen Punkt mehr als wir. Bis Platz 6 ist das Punktefeld enorm dicht beieinander. Von anderen Bläsergruppen haben wir erfahren, dass sie bereits seit zwei Monaten dreimal in der Woche üben. Gut, überall gibt es Luft nach oben, aber wir haben mit der Vorbereitung auf diesen Wettbewerb und mit der Teilnahme daran unseren Zusammenhalt in der Gruppe weiter gefördert.

 

Wir haben große Freude am gemeinsamen Blasen, was der Verdienst unseres Dirigenten Jürgen Ebert ist. Wir treffen uns jede Woche zum Üben, seit letztem Jahr sogar in den Ferien und unternehmen eine Menge miteinander. Fast wie eine große Familie. Und welcher Platz es auch werden wird, wir sind mit Sicherheit 2020 in Freiburg wieder mit von der Partie.

 

Hörnerklang und frohes Jagen an allen Tagen.....

 

Fotos: KJM Peter Ulmer, Guntram Trollst, Silke Streicher

Bericht: Silke Streicher

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